Und schon wieder habe ich es schleifen lassen. ich gelobe Besserung. Von nun an wird wieder regelmäßig gebloggt. Aber was ist in dem letzten halben Jahr eigentlich so passiert? Hier die Kurzfassung in chronologischer Rückwärtsreihenfolge:
Ich befand mich über Weihnachten daheim in Deutschland und verbrachte Silvester im kleinen Kreis mit Freunden, besuchte das alljährliche Absolvententreffen des Maria-Sibylla-Merian-Gymnasiums Herrnhut, sah den Film „Das weiße Band“ gleich zweimal im Kino, besuchte eine erfolgreiche Party zum Motto „20er Jahre“, hielt eine Menge Referate in der Uni, machte erneut einen unterhaltsamen Ausflug ins Excalibur, wurde Zeuge der Anfänge der Uni-Protestbewegungen, verlebte den ersten Geburtstag meines Lebens ohne Mutti und Vati, war live im Ernst-Happel-Stadium beim Spanien-Österreich Spiel, arbeitete im Sommer im Gerhart-Hauptmann-Theater Zittau, verweilte eine Woche im schönen Berlin, meldete mich bei Facebook an, hatte meinen ersten Couchsurfer zu Besuch (aus Frankreich), drehte einen Kurzfilm mit Namen „Maximilian Glücklich“, sah die Schubert Messe in Es-Dur in der Jesuitenkirche im ersten Bezirk, schaffte gerade mal eine Inszenierung bei den Wiener Festwochen anzuschauen, fuhr an einem Tag nach Zittau und noch am selben wieder zurück, schwamm in der alten Donau und verliebte mich auf dem Donauinselfest in die „Mediengruppe Telekommander“.
Und was gibt’s derzeit? Das dritte Semester geht seinem Ende entgegen und mich erwarten noch eine Prüfung und die Abgabe von drei Proseminararbeiten. Es gibt also eine Menge zu tun.
Wir sprechen hier von
dem absolut schlecht organisiertesten Ausflug ever. Mit nichtsnutzigem und fehlerhaftem Routenplaner-Ausdruck, kaputtem Navi und ohne Kartenmaterial ging es für mich, erst alleine, auf von Wien
nach Salzburg und dann zu zweit, von Salzburg nach Venedig. Kurzfristig gestiegene Benzinkosten und unverschämt hohe Mautgebühren drückten die Stimmung auf der fünfstündigen Fahrt. Und dann: wo
werden wir denn schlafen? Von einem Bekannten über hundertzwanzig Ecken hatten wir eine Adresse bekommen. Angeblich der beste Campingplatz der Gegend. Denn wir erinnern uns nochmals daran:
Venedig eine Insel. Und voller Wasser. Schlussfolgerung: die Anfahrt mit dem Auto ist sicherlich nicht die klügste Idee. Diese Idee schien aber erst plausibel, als mir nach der Hälfte der Strecke
aus dem Reiseführer vorgelesen wurde: „Wichtiger Hinweis: Venedig ist die einzige Stadt weltweit, die man keinesfalls mit dem Auto anreisen sollte.“ Wir suchten ja sowieso eine Unterkunft auf dem
Festland. Und nach zwei Stunden um Venedig herum fahren, fanden wir endlich das Camping Village Alba D’oro. Unglaublich teuer und genau neben dem städtischen Flughafen. Wie
praktisch.
Ursprünglich hatten wir vor, eine Woche in Italien zu bleiben. Nach dem Ankunftstag, zwei Tagen in Venedig und zwei Tagen in Lido di Jesolo ging es wieder zurück nach Wien. Das Geld war alle.
Rechts gibt’s die Fotos!
Mit diesem Ausflug habe ich mir einen Lebenswunsch erfüllt - Maxi auf der Pferderennbahn. Auf dem Weg dorthin fragte ich mich die ganze Zeit, wie es wohl werden wird. In meinem Kopf gab es zwei Möglichkeiten: die „My Fair Lady“ Pferderennbahn. Ältere Frauen mit Operngläsern, übergroßen Hüten und schicken Kleidern. Eleganz pur eben. Zweite Variante: Die Charles Bukowski Pferderennbahn. Alte Säcke in schmutzigen Hemden, die mit jungen, wenn auch verdorbenen und verbrauchten Damen im Arm, ihre letzte Sozialhilfe verspielen.
Ich fand beides vor. Hinter großen Glasfenstern saßen die schicken Ladys. Das traurige Fußvolk saß rauchend direkt an der Bahn.
Nachdem die anderen schon ein paar Euros verspielt hatten, haderte ich noch immer mit mir. Immerhin musste ich schon 1,50 € für den Eintritt hinlegen. Als wir schon fast los wollten, versuchte ich mein Glück und – verlor. Allerdings nur ganz knapp. Schon war ein Euro weg und das Fieber hatte mich gepackt. Ich setzte noch mal und gewann! Das Pferd Valentino Rossi stolzierte förmlich durchs Ziel und ich konnte mein Glück kaum fassen. ich gewann ganze zwei Euro! Diese Art Ausflug muss unbedingt noch mal wiederholt werden. An dieser Stelle möchte ich mich auch noch mal offiziell bei Valentino Rossi bedanken: Ich bin sehr stolz auf dich, Danke!

Mit Entsetzen habe ich während meinem österlichen Heimaturlaub festgestellt, dass ich schon seit Januar keine Informationen mehr auf meinen Blog gestellt habe. Deshalb kommt nun die Kurzfassung, was in den letzen (fast drei) Monaten passiert ist:
Anfang Februar und Anfang März habe ich meine letzen Prüfungen für das erste Semester bestritten. Die Noten sind auch mittlerweile
aufgetaucht. Eine mündliche Prüfung steht noch aus (für meine Horrorfilm Vorlesung), die hole ich allerdings in den nächsten Wochen nach. Dafür muss auch noch ein Buch gelesen werden, daran
scheitert es auch derzeit. Seit dem ersten Februar habe ich einen neuen Mitbewohner und auch einen neuen Job. Nach tollen Verkaufsgesprächen um Menschen LG Monitore aufzuquatschen habe ich nun
meinen Platz in einem Marktforschungsinstitut gefunden. Der Sitz ist in Graz, ich verdiene gut und muss auch niemanden anrufen. Die Interviews sind von Angesicht zu Angesicht, bis jetzt
Kundenzufriedenheitsstudien für Supermärkte. Ich hatte eine Menge Stress mit dem Wiener Magistrat, hatte Besuch aus Berlin, war im Heeresgeschichtlichen Museum, habe Ben Beckers Bibel-Lesung in
Leipzig beigewohnt und war in der neuen Rembrandt Ausstellung. Mitte März gab es dann noch mal eine neue Mitbewohnerin und fast vergessen: das neue Semester hat ja am 1. März begonnen!
Mittlerweile habe ich auch festgestellt, dass die Vergleichende Literaturwissenschaft doch nicht das richtige ist, ganz egal, dass das Institut gleich um die Ecke liegt. Ich versuche es nächstes
Semester allerdings noch mal mit dem Doppelstudium, diesmal Kunstgeschichte und Kultur- und Sozialanthropologie. Ich werde schon noch das richtige finden. Zehn Lehrveranstaltungen die Woche habe
ich allerdings schon dieses Semester. Natürlich war ich auch viel im Kino und im Theater. Erwähnenswert ist an dieser Stelle die „Drei Schwestern“ Inszenierung am Volkstheater Wien, welche mich
zum Gehen in der Pause veranlasste und die Inszenierung von „Die Brüder Karamasow“ am Akademietheater, welche mich negativ wie auch positiv emotional berührte. Nach vielen Feierlichkeiten und
Ausgängen muss aber nun das Studium wieder an erste Stelle rücken, es stehen noch Referate an. Deswegen werde ich mich jetzt wieder mit meinen Bücher über Buster Keaton und denen über
Anthropophagie beschäftigen. Nachträglich frohe Ostern!
300 Meter von meiner Haustür bis zum Institut für Vergleichende Literaturwissenschaft. Ich muss nicht einmal um eine Ecke laufen. Das Komplizierteste an diesem Weg ist höchstens der Straßenwechsel. Warum ist das von Interesse für? Seit heute bin ich Doppelstudent. Der Umfang meines Diplomstudiums Theater-, Film- und Medienwissenschaft raubt mir nicht meine gesamte Zeit. Und da man in Österreich ohne Probleme und ohne enorm größeren Aufwand ein Doppelstudium betreiben kann, beschäftigte ich mich lange und ausführlich mit der Wahl eines zweiten Fachgebietes. Über einen langen Zeitraum stand die Klassische Archäologie auf Platz eins. Ja: ich habe echt darüber nachgedacht, Archäologie zu studieren. Meine Gedanken befassten sich ebenso mit Kunstgeschichte und Judaistik. Die Vergleichende Literaturwissenschaft machte allerdings gestern Abend das Rennen. Die Kombination erscheint mir am sinnvollsten. Und so machte ich mich heute auf zur Uni, um mich für mein neues Fach zu immatrikulieren. Nachdem ich eine Stunde in der Schlange am Student Point stand und mir dort gesagt wurde, dass ich gar kein Formular brauche, sondern einfach gleich zur Zulassungsstelle gehen kann, bewegte ich mich zu eben dieser am anderen Ende des Ganges. Es ist 16.07 Uhr, die Stelle hat nur bis 17 Uhr geöffnet, mein Besuch muss zur Taborstraße. Also zog ich eine Nummer (551) und verschwand, in der Hoffnung rechtzeitig wieder da zu sein. Als ich wieder kurz vor der Uni bin, fällt mir ein, dass mein Besuch meine Zeugniskopie, die ich angeblich brauche, noch in seiner Tasche hat. Also wieder zurück und erneut zur Uni. Ich renne die letzten Meter und komme Punkt 17.10 Uhr vor der Tür an, die Nummeranzeige zeigt 569. Fuck. Ich schmuggele mich vor einem anderen Studenten hinein und frage die wohl unfreundlichste Frau des Universums, ob ich trotzdem noch schnell rein darf, ich hätte meine Nummer verpasst. Nachdem sie fünf Minuten rummeckert und schreit und den Frust eines ganzen Tages an mir auslässt, darf ich mich setzen. Die Zeugniskopie wurde nicht gebraucht. Wäre ja auch zu schön gewesen. Immerhin konnte ich gleich meinen Sommersemesterbeitrag bezahlen. Nun bin ich offizieller Doppelstudent im zweiten Semester. Das Sahnehäubchen der Vergleichenden Literaturwissenschaft ist aber wie schon gesagt die Lage. Als ob ich mit meinen Wegen zu allen wichtigen Gebäuden nicht schon genug bevorzugt wäre: zur Hauptuni und zum Campus jeweils 1100 m und bis zum Neuen Institutsgebäude 1000 m. Immerhin habe ich ja noch den weiten Weg von 1,6 km zu Fuß zum Institut für Theater, Film und Medien, mit den Öffis geschlagene 3,1 km. Ach Mensch, ich habe es ja so schwer als Student. Immerhin muss ich nun 10 statt 5 Vorlesungen die Woche besuchen und so lange Wege auf mich nehmen.
Die Van Gogh Ausstellung in der Albertina Wien öffnet ihre Türen nur noch bis zum 8. Dezember. Grund genug
sie noch schnell zu besichtigen. Man kann nur von Glück reden, dass in den 7,50 € Eintritt, noch zwei andere Ausstellungen mit inbegriffen waren, denn die von Herrn Van Gogh, war das Geld nicht
wert. Bilder waren genug vorhanden, allem voran gefühlte 500 Skizzen von ein und demselben Getreidefeld. Aber wo waren die Bilder, die man sehen wollte, besser ich? Die Sonnenblumen, Nachtcafé,
die Zypressen? Da hatte die Albertina wohl nicht genug Geld. Na ja, da hab ich mich ja in Wien schon dran gewöhnt: in den Museen darf man nie das Erwarten, was dran steht. Die anschließende
Ausstellung österreichischer Gegenwartskunst ab 1970 und eine Miniatur Ausstellung großer Meister, konnten sich allerdings sehen lassen und waren jeden Cent wert. Endlich habe ich mal einen
echten Magritte gesehen, außerhalb eines Bildbandes. Highlight
des Tages: die Van Gogh Actionfigur. Diese wird mit zwei Köpfen geliefert, die man beliebig tauschen kann. Ein normaler Kopf und einer mit nur einem
Ohr. Als Kampfutensilien hat er einen Pinsel und eine Staffelei bei sich. Die Van Gogh Actionfigur kann man zum Beispiel gegen die Shakespeare Actionfigur kämpfen lassen, welche einen Federkiel
und eine Papierrolle bei sich trägt. Wer da wohl gewinnt?
An diesem Sonntag machten wir uns auf, die Brettspielemesse in Wien zu besuchen. Merkwürdig: Warum waren wir die einzigen unseres
Alters? Warum waren da nur kleine Kinder mit ihren Eltern? Der anfangs noch als hoch empfundene Eintritt von 7 Euro sollte sich bald als gute Investition rausstellen. Wir gewannen Cornflakes und
ein Memory-Spiel, noch mehr Cornflakes und hatten auch so eine Menge Spaß. Auf Grund von hoffnungsloser Überfüllung kamen wir allerdings nur in den Genuss zweier Spiele: „Wer ist es?“ und „Das
Spiel des Lebens – Generation Now“. Gerade zuletzt genanntes machte enorm viel Spaß. Merke: mit der Tänzer-Karriere kann man einfach nicht viel Kohle kassieren. Abgerundet wurde dieser Nachmittag
zu guter Letzt durch Rochus’ verschwinden. An dieser Stelle sollte man erklären, dass er eigentlich noch in unserer Sichtweite stand, wir uns aber schnell aus dem Staub machten, um ihn im
kompletten Vienna International Centre ausrufen zu lassen.
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